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Stand September 2026, Hof: Wer in der Freien Spritz Bar nach einem alkoholfreien Gin Tonic oder Italian Spritz fragt, meint fast nie nur ohne Promille. Gemeint ist: das herbe Prickeln von Wacholder und Chinin, die Bittere von Enzian, der lange, trockene Abgang – nur ohne Kater am nächsten Morgen. Genau daran scheitern die meisten 0,0 %-Flaschen im Supermarkt: Sie riechen nett, schmecken im Glas aber süßlich-flach und nach drei Schlucken nach Wasser mit Aroma.
In diesem Technik-Guide schauen wir auf das Verfahren, das die Berliner Manufaktur Laori anders macht – die schonende Einzeldampfdestillation ausgewählter Botanicals, abgeleitet aus der französischen Parfüm-Destillation, ganz ohne Alkohol als Lösungsmittel. Wir erklären, warum das für Gin-Alternative, Bitter-Spritz und Rum-Alternative einen Unterschied macht, wie sich das im Glas zeigt und wie du zu Hause in 2 Minuten Bar-Niveau mixt.
Alkohol macht im klassischen Gin oder Bitter-Likör drei Jobs gleichzeitig:
Nimmst du den Alkohol einfach weg, bleibt oft nur Zuckerwasser mit Aroma übrig. Viele Hersteller kompensieren das mit mehr Zucker, künstlichen Aromen und Farbstoffen – das Ergebnis schmeckt brav nach Limo, aber nicht erwachsen, nicht bitter, nicht trocken. Genau hier setzt Laori an: nicht mit mehr Süße, sondern mit mehr Destillations-Handwerk.
Laori-Prinzip in einem Satz: Lieber einzeln destillieren und dann assemblieren, als einmal alles zusammen verrühren. Wie in der Parfümerie.
Laori – gegründet 2019 in Berlin von Stella Strüfing und Christian – produziert alle nummerierten Alternativen als 0,5-l-Flaschen mit unter 0,5 % vol in der Region Berlin. Das Verfahren ist bewusst an die französische Parfüm-Destillation aus der Provence angelehnt. Vereinfacht läuft es so:
Für Juniper No 01 sind das u.a. Wacholder, Kardamom und Rosmarin. Für Ruby No 04, Amalfi No 03, Vermouth No 5 und Berry No 6 u.a. Zitrusfrüchte, Enzian, Quassia und Thymian. Für Spice No 02 u.a. Eiche, Ananas und Kaffee. Statt alle Kräuter in einen Topf zu werfen, wird jede Botanical-Gruppe für sich betrachtet – weil Rosmarin bei anderer Temperatur und Zeit sein Bestes gibt als Wacholder oder Enzianwurzel.
Die Botanicals werden mit Wasserdampf schonend destilliert. Der Dampf löst die flüchtigen ätherischen Öle, steigt auf, kühlt ab und wird als aromatisches Destillat aufgefangen. Weil kein Alkohol als Lösungsmittel zum Einsatz kommt, braucht es präzise Steuerung von Temperatur, Druck und Zeit: zu heiß und die feinen Zitrus-Topnoten verbrennen, zu kurz und die erdige Bittere vom Enzian fehlt.
Das ist der entscheidende Unterschied zu einfachen Mazeraten (Kräuter in Wasser einlegen) oder reinen Aromamischungen: Destillieren trennt und konzentriert – es holt die feinen, flüchtigen Noten sauber heraus, ohne grüne, pelzige Fehltöne mitzuschleppen.
Danach werden die Einzeldestillate verschnitten – in Berlin assembliert und abgefüllt. Kopfnoten (Zitrus, Wacholder-Spitze), Herznoten (Kräuter, florale Nuancen) und Basis (Bittere, Holz, Würze) werden so balanciert, dass der Drink bewusst weniger süß und erwachsen schmeckt. Alle Rezepturen sind vegan, ohne künstliche Aromen und ohne künstliche Farben.
Wichtig zum Verstehen: Laori ist zum Mixen gedacht, nicht für den puren Shot. Juniper No 01 liegt bei ca. 3 kcal pro 100 ml und ist nahezu zuckerfrei gedacht – Körper und Länge entstehen erst mit dem Filler: Tonic, Ginger Beer, Soda oder Sparkling White auf Riesling-Basis für Spritz. Die Destillate sind so konstruiert, dass sie sich gegen Kohlensäure, Eisverdünnung und Bitterstoffe behaupten.
Damit du im Regal in 10 Sekunden einordnen kannst, was du kaufst:
| Verfahren | Wie gemacht? | Geschmack im Glas | Woran erkennen? |
|---|---|---|---|
| Einzeldampfdestillation (Laori-Prinzip) | Botanicals einzeln mit Dampf destilliert, dann assembliert, ohne Alkohol als Träger | klar, kräuterig-trocken, Bittere bleibt, wenig süß, langer Abgang mit Tonic/Soda | Zutatenliste ohne künstliche Aromen/Farben, Botanicals benannt, <0,5 % vol, Mix-Empfehlung auf der Flasche |
| Aromamischung / Compound | Wasser + Zucker + zugekaufte Aromen verrührt | anfangs intensiv, dann seifig-süß, flacher Abgang, klebrig mit Tonic | "Aroma", "Farbstoff", viel Zucker pro 100 ml, günstiger Literpreis |
| Entalkoholisiert / Vakuumdestillation von Wein/Spirituose | Fertiger Alkohol wird nachträglich entzogen | gut für Wein-/Sekt-Ersatz, aber bei Gin/Bitter oft gekochte Noten | "entalkoholisiert", "0,0 %", meist Wein- oder Bier-Basis |
| Mazerat / Kaltauszug | Kräuter in Wasser eingelegt, filtriert | erdig, trüb, schnell bitter-pelzig, wenig Strahlkraft auf Eis | trübe Optik, kurze Haltbarkeit, oft Kühlhinweis |
Fazit aus der Bar-Praxis in Hof: Für Gin Tonic, Negroni und Spritz gewinnt das Einzeldestillat, weil es genau die flüchtigen Topnoten liefert, die auf viel Eis und Kohlensäure sonst untergehen. Für einen reinen Sekt-Moment auf der Terrasse kann dagegen ein entalkoholisierter Schaumwein die stimmigere Wahl sein – Laori löst das mit eigenem Sparkling White auf Riesling-Basis als Filler für French, Berry oder Amalfi Spritz.
Nase: Wacholder vorne, dahinter Kardamom-Würze und ein Hauch Rosmarin. Gaumen: trocken, kaum süß, mit feiner Wacholder-Herbheit. Mit Thomas Henry Tonic Water und viel Eis entsteht der klassische Dry-Style: erst Zitrus und Wacholder, dann Chinin-Bittere, dann langer, kühler Abgang. Wer es weicher mag, nimmt Cherry Blossom Tonic.
Das Aushängeschild für Aperitivo-Fans: Enzian- und Quassia-Bittere plus Blutorange-ähnliche Zitrusnoten und Thymian-Würze. Nicht marmeladig, sondern herb-trocken. Mit Soda + Schaumwein wird daraus ein Italian Spritz mit echter Bitter-Kante statt Campari-Süße. Auch als Ruby Spritz Ready to Drink in der Dose für Picknick und Festival erhältlich.
Zitrus-Destillate stehen hier im Vordergrund: Zitrone, helle Kräuter, leichte Enzian-Stütze im Hintergrund. Als Amalfi Spritz mit Sparkling White und Soda schmeckt das nach Amalfiküste ohne Klebrigkeit – besonders gut mit Rosmarinzweig und viel Eis. Die Glitzer Limited Edition bringt denselben Geschmack mit optischem Party-Effekt für Hochzeit und Silvester.
Eiche für Vanille-Holz, Ananas für Frucht, Kaffee für Rösttiefe – einzeln destilliert, dann rund assembliert. Basis für Caribbean Spritz, Dark & Stormy alkoholfrei mit Spicy Ginger Beer oder Old Cuban mit Limette und Minze. Wer Rum-Cocktails ohne Schwere sucht, ist hier richtig.
Hinweis für Schwangere und Abstinente: Alle Laori-Flaschen liegen bei unter 0,5 % vol – also nicht 0,0 %. Das ist rechtlich alkoholfrei, aber nicht völlig alkoholfrei wie Wasser. Im Zweifel mit Ärztin oder Arzt sprechen.
Das häufigste Scheitern hat nichts mit der Flasche zu tun, sondern mit zu wenig Eis und falschem Verhältnis. Unsere Hof-Bar-Regeln für Laori-Destillate:
Kosten-Tipp aus dem Laden: Eine 0,5-l-Flasche ergibt bei 5 cl pro Drink 10 Drinks. Im 3er Vorteilsset Juniper oder im Deluxe Tasting mit allen 7 Sorten sinkt der Preis pro Glas deutlich – ideal, wenn du erst herausfinden willst, ob du eher Dry-, Bitter- oder Lemon-Typ bist.
Nein. Alle Sorten liegen unter 0,5 % vol und gelten als alkoholfrei, enthalten aber Restalkohol aus Botanicals und Produktion. Wer aus gesundheitlichen oder religiösen Gründen 0,0 % braucht, sollte zu reinen Softdrinks, Soda oder TRi TOP mit Wasser greifen.
Weil künstliche Aromen auf Eis schnell parfümig-seifig wirken und mit Chinin und Kohlensäure kollidieren. Destillate sind stabiler im Mix und wirken trockener – deshalb setzt Laori auf natürliche Botanicals, vegane Rezeptur und regionale Abfüllung bei Berlin.
Kühl, dunkel und stehend, gut verschlossen. Destillate oxidieren langsamer als Wein, verlieren aber Topnoten. Für bestes Aroma innerhalb von 3 Monaten aufbrauchen und nicht über der Spülmaschine lagern.
Für alle, die Gin Tonic, Negroni oder Bitter Spritz wegen Ritual und Bittere lieben und weniger oder keinen Alkohol wollen: Sober Curious, Fahrer, Sportler, Gesundheitsbewusste – und Gastgeber, die erwachsene Alternativen ohne Kinder-Limo anbieten wollen. Wer es lieber süß-fruchtig mag, ist mit TRi TOP Kirsche, Wald-Erdbeere oder Beeren-Mix plus Soda oft glücklicher und günstiger unterwegs.
Unser Fazit aus der Freien Spritz Bar Hof: Alkoholfrei schmeckt nicht deshalb dünn, weil Alkohol fehlt – sondern weil Aromen fehlen. Die Einzeldampfdestillation nach Parfüm-Prinzip löst genau dieses Träger-Problem: Sie holt Wacholder, Enzian, Zitrus und Würze sauber und trocken ins Glas, ohne sie in Zucker zu ertränken. Probier es im direkten Vergleich: ein Glas Juniper Tonic gegen einen süßen Aromamix – du schmeckst die Technik ab dem ersten Schluck.
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